Der Aufbau der TU Berlin nach dem Kriege fand im politisch geteilten Deutschland statt. Berlin hatte seine Rolle als bestimmende Metropole industrieller Wertschöpfung in Deutschland verloren. Eine neue Produktionswissenschaft Berliner Schule konnte sich mit der Berufung Günter Spurs auf den Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb an der Technischen Universität 1965 entfalten. Wesentliche innovative Impulse setzte Spur mit der Steuerung von Produktionsanlagen wie Werkzeugmaschinen und Industrierobotern, mit der industriellen Informationstechnik in Konstruktion und Arbeitsplanung, mit der Qualitätswissenschaft zur Erfüllung der Kundenansprüche an industrielle Produkte und Dienstleistungen sowie mit Montagetechnik und Fabrikbetrieb in vielfältigen technologischen und logistischen Wertschöpfungsketten. Sein klassisches Fachgebiet Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik konnte Spur durch die konstruktive Gestaltung neuer Produktionsanlagen sowie die Entwicklung und Erprobung neuer Prozesse mit modernen Werk- und Schneidstoffen bis zu seiner Emeritierung 1997 in Wissenschaft und Industrie international anerkannt fortentwickeln.
Alle diese fünf Fachgebiete sind heute im Produktionstechnischen Zentrum am Charlottenburger Spreebogen von TU Berlin und Fraunhofer-Gesellschaft mit eigenen Professuren vertreten. Mit der Gründung des Fraunhofer-Instituts für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik 1976 und der räumlichen Vereinigung produktionswissenschaftlicher Aktivitäten im neu errichteten Berliner Produktionstechnischen Zentrum 1986 konnte unter Leitung von Spur ein global vernetzter und anerkannter Schwerpunkt der Produktionswissenschaft in Berlin geschaffen werden.
Der moderne Maschinenbau integriert mechanische, elektrische, elektronische und informationstechnische Komponenten zu mechatronischen Systemen. Dabei werden die Eigenschaften neuer Materialien als Funktions- und Konstruktionswerkstoffe genutzt. Eine große Bedeutung gewinnen neue Berechnungs- und Messverfahren zur Verbesserung von Produkten und Prozessen hinsichtlich Material- und Energiebedarf, Belastbarkeit, Sicherheit und Lebensdauer, Arbeitsgeschwindigkeit und Zuverlässigkeit sowie Qualität und Kosten. Die Modellierung von Produkten und Prozessen wird durch neue informationstechnische Werkzeuge in virtueller Realität unterstützt und hilft, neue Systeme schneller zu entwickeln. Mikrotechnische Systeme mit sensorischen, aktorischen und informationsverarbeitenden Komponenten eröffnen neue Anwendungsfelder in vielen Bereichen. Neben der klassischen Maschinen- und Anlagentechnik sind hier Medizintechnik, Verkehrstechnik, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Konsumgüter in privaten Haushalten zu nennen. Wurden die Phasen der Produktentstehung im klassischen industriellen Maschinenbau eher sequenziell durchlaufen, so wird heute zunehmend ganzheitlich in Kategorien des so genannten life cycle engineering gedacht. Mehr Wissen wird schneller überall verfügbar. Lernen und Entwickeln gehen in Zusammenarbeit und Wettbewerb im globalen Dorf über traditionelle Branchengrenzen hinweg ineinander über. Die traditionelle Einheit von Forschung und Lehre im ingenieurwissenschaftlichen Universitätsbetrieb gewinnt in diesen Zeiten rasanter Innovation und Integration von Wissensdomänen eine besondere Aktualität. Für die Berliner Ingenieurwissenschaft in Produktionstechnik und Maschinenbau ergibt sich die Herausforderung, die Chancen des Technologiewandels für die Realisierung neuer Produkte und Prozesse in der Region zu nutzen.
Links und Veröffentlichungen:
http://www.buchpreis24.de/cgi-bin/isbn/3446215778.html
SCHLESINGER, G.: Die Passungen im Maschinenbau. Berlin 1904 (2. Aufl. 1917)
SCHLESINGER, G.: Psychotechnik und Betriebswissenschaft. Leipzig 1920
SCHLESINGER, G. / MATSCHOSS, C. (Hrsg.): Die Geschichte der Ludwig Loewe & Co. AG
60 Jahre Edelarbeit 1869-1929. Hrsg. zum 60jährigen Jubiläum der Firma. Berlin 1930
SPUR, G. / FISCHER, W. (Hrsg.): Georg Schlesinger und die Wissenschaft vom Fabrikbetrieb. München u.a. 2000
________________________________________________________________________________________________
>>> zu einigen Bildern der
Festveranstaltung zur Namensgebung im Juli 2004
Georg-Schlesinger-
Schule 12B01
Oberstufenzentrum Maschinen- und Fertigungstechnik
Kühleweinstraße 5
13409 Berlin
Tel: 030 497906-0
Fax: 030 497906-11
mail@gs-schule.de
Stadtplan
Fahrverbindung
U-Bahn
U9-Osloer Straße U8-Franz-Neumann-Platz
Bus
125, 128, 250
Öffnungszeiten
des Schulbüros
Mo., Di.:
07:30 - 15:30 Uhr
Mi.:
07:30 - 14:30 Uhr
Do.:
07:30 - 17:00 Uhr
Fr.:
07:30 - 14:30 Uhr